Wer eine Terrassenüberdachung plant, steht früh vor der Frage: Glas oder Polycarbonat? Beide Eindeckungen halten Regen ab und lassen Licht durch, sie unterscheiden sich aber in Optik, Gewicht, Geräusch und Pflege. Dieser Vergleich hilft Dir bei der Entscheidung.

Die beiden Eindeckungen kurz erklärt

Glas heißt bei Terrassendächern Verbundsicherheitsglas (VSG): zwei Scheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen. Bricht eine Scheibe, halten die Splitter an der Folie. Üblich sind 8 oder 10 mm Stärke.

Polycarbonat kommt als Stegplatte: zwei oder mehr Deckschichten, verbunden durch Stege, dazwischen Luftkammern. Für Terrassendächer sind 16 und 25 mm üblich. Eine UV-Schutzschicht auf der Oberseite verhindert, dass die Platte vergilbt.

Der Vergleich

  • Durchsicht: Glas ist glasklar, Du siehst Wolken und Himmel. Stegplatten zeigen immer die Struktur der Stege, auch in der klaren Variante.
  • Licht und Blendung: Glas lässt am meisten Licht durch. Polycarbonat in Weiß-Opal streut das Licht, blendet nicht und hält einen Teil der Sonnenwärme ab.
  • Gewicht: Glas wiegt ein Vielfaches einer Stegplatte. Das Tragwerk muss stärker sein, die Montage braucht Saugheber und zwei Personen.
  • Hagel: Polycarbonat ist nahezu unzerbrechlich. VSG hält Hagel ebenfalls gut stand; bricht eine Scheibe, bleibt sie in der Folie.
  • Lautstärke: Regen auf Glas ist ein leises Rauschen, auf Stegplatten deutlich hörbarer.
  • Pflege: Glas ist kratzfest und lässt sich wie ein Fenster reinigen. Polycarbonat nur mit weichem Schwamm und Wasser, nie mit scharfen Mitteln.
  • Wärme: Die Luftkammern der Stegplatten dämmen etwas, unter Glas wird es in der Sonne wärmer, wenn keine Beschattung da ist.

Klarglas oder Milchglas?

Klarglas ist die Wahl für alle, die den Himmel sehen wollen. Milchglas (VSG mit matter Folie) streut das Licht, verdeckt Laub und Schmutz auf dem Dach und blendet weniger, nimmt aber den Blick nach oben. Für sonnige Südterrassen ist eine Markise unter Klarglas oft die bessere Lösung als Milchglas.

Und Acryl?

Stegplatten gibt es auch aus Acrylglas. Acryl ist noch klarer als Polycarbonat und sehr witterungsbeständig, aber spröder und damit empfindlicher gegen Hagel. Für Terrassendächer ist Polycarbonat der übliche Kompromiss.

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Häufige Fragen

Kann ich später von Stegplatten auf Glas wechseln?

Nur, wenn das Tragwerk für Glas ausgelegt ist. Glas ist schwerer und braucht andere Sparrenabstände und Dichtprofile. Wer später wechseln will, plant das Tragwerk von Anfang an für Glas.

Wird Polycarbonat mit der Zeit gelb?

Platten mit UV-Schutzschicht auf der Oberseite bleiben viele Jahre klar. Wichtig ist, die Platte richtig herum zu verlegen: Die bedruckte Schutzfolie zeigt nach oben.

Was ist mit Doppelstegplatten gemeint?

So heißen umgangssprachlich alle Stegplatten, auch solche mit drei oder fünf Schichten. Gemeint ist immer eine Hohlkammerplatte.

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